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CHRONOLOGIE: 06.12.2003, Gießener Allgemeine

Chance für die "Horlofftalbahn"?

Landrat Rolf Gnadl schmiedet Pläne für "Wetterauer Netz"

    Friedberg/Hungen (WZ). Der Wetterauer Landrat Rolf Gnadl schmiedet Pläne für den Kauf der im April stillgelegten Horlofftalbahn. Die Deutsche Bahn (DB- Netz AG) als Inhaber der Streckeninfrastruktur hat den Abschnitt Hungen-Wölfersheim im Internet zum Verkauf angeboten. Doch Gnadl bezweifelt, dass sich bis zum Stichtag 13. Januar Interessenten finden werden. DB-Netz AG, so seine Schlussfolgerung, müsste folglich "höchst zufrieden" sein, wenn beispielsweise die anliegenden Kommunen und Kreise bereit wären, zu einem symbolischen Preis von einem Euro die gesamte Infrastruktur zu übernehmen.

    Vor der Stilllegung einer Bahnstrecke muss diese öffentlich ausgeschrieben werden. Dies hat DB-Netz AG im Falle der Horlofftalbahn (Abschnitt Hungen-Wölfersheim) im Internet getan. Der mittelfristige Investitionsbedarf wird auf gut zehn Millionen Euro beziffert. Als jährlichen Vorhaltekosten nennt die Bahn 301000 Euro.

    Gnadl geht davon aus, dass unter diesen Voraussetzungen kein anderes "Eisenbahninfrastrukturunternehmen" bereit sei, die Strecke käuflich zu erwerben. Hier biete sich eine Möglichkeit für die Landkreise Gießen und Wetterau sowie die Anrainerkommunen, sofern, diese bereit wären, entsprechende finanzielle Beiträge zum Unterhalt und damit zum Bestand dieses Streckenabschnittes zu erbringen, betonte Gnadl.

    Gnadls Ziel ist, zusammen mit dem RMV eine eigene kommunale Verantwortung für die Infrastruktur der Schienenverkehrswege im so genannten "Wetterauer Netz" zu erwerben. Dies hätte zur Folge, dass die Einnahmen aus Verkehrsleistungen der Schienenangebote zur Unterhaltung der Infrastruktur (Trassenpreise) ausschließlich für diese Strecken zur Verfügung stünden, statt im allgemeinen Topf der DB zu verschwinden. Nur so wären nach Gnadls Einschätzung stillgelegte Strecken überhaupt wieder zu reaktivieren. Abhängig sind diese Pläne jedoch, wie der Landrat einräumte, von der Bereitschaft von Land und Bund, Geld zuzuschießen. Dies wiederum setze voraus, dass mit den Investitionen ein volkswirtschaftlicher Nutzen verbunden werde. Dieser sei in jedem Einzelfall durch eine Untersuchung zu ermitteln. Trotz all dieser Unwägbarkeiten hält Gnadl einen eventuellen Einstieg von Kreisen und Kommunen in eine Infrastrukturgesellschaft für Schienenverkehrswege für einen wichtigen Sehritt auf dem Weg zum angestrebten Ziel. Dazu sei ein klares Bekenntnis aller zu Beteiligenden erforderlich. Mit DB AG und RMV hat der Landrat diesbezüglich bereits gesprochen.
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