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CHRONOLOGIE: Gießener Allgemeine vom 28.02.2003

Gutachter empfehlen Stilllegung

Horlofftalbahn-Studie sieht für Streckenabschnitt
Hungen-Wölfersheim keine Chance

    Hungen (us). Das "ergebnisoffene Gutachten" zur Zukunft der Horlofftalbahn kommt aus Hungener Sicht zu einem wenig erfreulichen Resultat. Die Studie, die die Berliner Unternehmensberatung ETC Transport Consult GmbH im Auftrag von RMV und Wetteraukreis erstellt hat, empfiehlt, die Bahnverbindung zwischen Hungen und Wölfersheim-Södel einzustellen. Die Sanierung der Strecke sei teuer und durch die Nachfrage nicht zu rechtfertigen, heißt es in der Studie, die RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann gestern Abend in einer internen Sitzung in Friedberg den kommunalen Entscheidungsträgern vorstellte. Heute sollen die Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz öffentlich kundgetan werden. Außerdem ist am 12. März eine Informationsveranstaltung in Wölfersheim geplant.

    Die Gutachter haben vier Varianten unter die Lupe genommen. Stundentakt sowie eingeschränkten Stundentakt zwischen Friedberg und Hungen, Stundentakt zwischen Friedberg und Wölfersheim, der auf dem Streckenabschnitt bis Hungen durch Busse ergänzt wird, und schließlich einen durch Busverkehr ergänzten Zweistundentakt zwischen Friedberg und Hungen. Für die empfohlene Stilllegung der Horlofftalbahn zwischen Wölfersheim und Hungen nennt die Studie mehrere Gründe: den schlechten technischen Zustand, die ungünstige Streckenführung abseits der Dörfer, zu geringer Nachfrage und die daraus resultierende mangelnde Wirtschaftlichkeit.

    Das Gutachten gliedert sich im Einzelnen in eine Bestandsaufnahme, die Auflistung der Investitionen, die Betrachtung der vier Varianten und schließlich in die Empfehlung. Es geht von Gesamtkosten von 11,55 Millionen Euro aus, die nur für die Sanierung der Strecke notwendig wären. Eine Modernisierung der Anlagen sei in dieser Summe noch nicht berücksichtigt. Allein 9,5 Millionen Euro würde die Erneuerung des Streckenabschnitts Wölfersheim-Hungen erfordern, und gerade der lasse die geringste "Nachfrage-Elastizität" erwarten, meinen die Gutachter. Ihre Vorschläge für die Horlofftalbahn: Die Zubringerverkehre zur Bahn sollten sich auf Wölfersheim konzentrieren. Von dort solle eine umsteigefreie Verbindung nach Friedberg geschaffen werden. Das Gesamtangebot von Bahn und Bus sei zu verbessern. Schließlich sollten die Anschlüsse zu den Regionalexpressen von und nach Frankfurt und zu den Regionalbahnen von und nach Bad Nauheim gesichert werden.
    (Bericht folgt »  )
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