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CHRONOLOGIE: Gießener Allgemeine vom 11.02.2003

Hungen muss am Netz bleiben

Kreistag einmütig für Erhalt der Bahn-Strecke nach Friedberg bzw. Frankfurt

    Gießen (no). Ohne Wenn und Aber hat der Kreistag am Montag den Kreisausschuss um Landrat Willi Marx und Verkehrsdezernentin Dietlinde Elies dazu aufgefordert, sich dringend und drän-gend bei der Landesregierung dafür zu verwenden, die Eisenbahnstrecke zwischen Hungen und Friedberg wieder in das Schienen-Grundnetz des Landes aufzunehmen, für das der Bund aus dem Begionalisierungsgesetz Geld bereitstellt. Dem Beschluss lag ein gemeinsamer Antrag von SPD, FWG, FDP, CDU und Grünen zugrunde.

    Während einer Unterbrechung der von Prof. Dr. Franz Neumann (SPD) geleiteten Kreistagssitzung gleich zu Beginn kam Stephan Kannwischer von der Hungener Agenda-Gruppe "Rettet die Atmosphäre" zu Wort. In seiner Stadt habe man "kein Verständnis dafür, dass eine Region am Rande des Rhein-Main-Gebietes einfach abgekoppelt wird". Die wirtschaftliche Entwicklung des Gießener Ostkreises hänge auch von Erhalt und Ausbau der Bahnstrecke nach Friedberg und, in der Folge, nach Frankfurt ab. Aber: 30 Jahre lang sei alles getan worden, um die Strecke und deren Akzeptanz so hinzubekommen, dass man dort den Verkehr einstellen könne. "Setzen Sie sich dafür ein, dass dieser Schienenweg erhalten bleibt und eine Aufwertung erfährt", forderte Kannwischer vom Kreistag.

    Elies skizzierte den Stellenwert der Strecke; es gehe eben um mehr als nur um Hungen. Rund 1000 Pendler machten sich von dort aus täglich Richtung Friedberg und Frankfurt auf; ihnen müsse man noch vor den "Verkehrsinfarkt auf der A 5" entgegenkommen. Brauchen wir erst höhere Fahrgastzahlen oder eine attraktivere Strecke? Fest stehe: Für das Anhängen von Hun-gen habe es weder im Kreis Gießen noch in der Wetterau eine Zustimmung gegeben. Jetzt habe man "ein schlechteres Angebot - und das nur bis zum 4. April". Die Strecke müsse wieder ins Grundnetz; dafür habe das Land beim Rhein-Main-Verkehrsverbund einzutreten. Auch der Umstieg bei Beienheim müsse weg, damit es zu einer flotten Verbindung bis Friedberg und Frankfurt komme. "Wir haben getan, was wir konnten. Und wir hören nicht auf!" Elies bat die CDU-Fraktion, sich in dieser Angelegenheit bei "ihrer" Landesregierung stark zu machen.

    Volker Thomas von der SPD, der seit Jahren schon für den Erhalt der Strecke eintritt, erinnerte an die RMV-Gründung 1994 und - damit einhergehend - höhere Fahrpreise durch das Tarif-Waben-System. Da seien die Fahrgastzahlen in den Keller gegangen; was den Stilllegungsbefürwortern Wasser auf die Mühlen war. Nach der Kreistagssitzung - Thomas hatte wegen einer Kreislaufschwäche seinen Redebeitrag abbrechen müssen - sagte der SPD-Verkehrspolitiker für ÖPNV-Fragen am Rande, dass es freilich nötig sei, nicht nur den Erhalt zu fordern: "Hier muss der Landkreis Gießen auch Geld beisteuern."

    Grünen-Fraktionsvorsitzender Hans Noormann schlug eine präzisere Antragsformulierung vor: "Wir wollen, dass RMV und Verkehrsverbund Gießen gemeinsam das Schienenangebot bestellen und dass die Bahn in das Netz investiert." Indes seien Verhandlungen mit der Bahn eher müßig: "Wir müssen das Land und Volker Sparmann vom Rhein-Main-Verkehrsverbund in die Pflicht nehmen."
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