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CHRONOLOGIE: Gießener Allgemeine vom 08.02.2003

"Bahnstrecken als Standort-Vorteil nicht erkannt"

Jahreshauptversammlung von Pro Bahn & Bus Mittelhessen: Diskussion um Zukunft von Horlofttal- und Vogelsbergbahn

    Butzbach/Hungen (pm). Der Regionalverband Mittelhessen von Pro Bahn & Bus traf sich in Butzbach zur Jahreshauptversammlung. Verbandsvorsitzender Joachim Elbing äußerte sein Unverständnis darüber, dass in Mittelhessen noch immer Streckenstilllegungen zur Diskussion stehen. Andere Regionen hätten ihre Bahnstrecken längst als Standortvorteil im Wettbewerb um Einwohner und Gewerbeansiedlungen erkannt.

    Jürgen Lerch, Mitglied im Fahrgastbeirat Wetterau, berichtete über die Problematik der Strecke Friedberg - Beienheim - Hungen, deren Stilllegung für Anfang April ins Auge gefasst wurde. Dazu passe nicht, dass ein "angeblich ergebnisoffenes Gutachten" zu den Chancen der Strecke erst kurz vor diesem Termin fertig werden solle. Fahrgastzählungen der letzten Jahre zeigten eine leicht positive Tendenz bei der Nachfrage, obwohl das Angebot keine Verbesserungen erfuhr.

    Die Probleme der Strecke gründeten sich hauptsächlich auf das schlechte Fahrplanangebot mit regelmäßigem Umsteigezwang sowie auf die niedrige Höchstgeschwindigkeit. Ähnlich strukturierte Strecken seien mittlerweile modernisiert worden und wiesen ausnahmslos steigende Fahrgastzahlen auf.

    Die heute zwischen Hungen, Nidda und Friedberg eingesetzten Triebwagen verfügten bereits über automatische Kupplungen. Damit könnte ein abschnittsweise gemeinsames Verkehren der Niddaer und der Hungener Züge realisiert werden. Das Umsteigen in Beienheim entfiele. Anpassungen wären lediglich bei der Signaltechnik nötig. Durchgehende Züge von Hungen nach Frankfurt hätten am Markt die gleichen Chancen wie die von oder nach Nidda. Beide Städte seien ähnlich groß. Jürgen Lerch forderte die Modernisierung der Signaltechnik, damit die Verkehrsleistungen kostengünstiger erbracht werden könnten. Die Deutsche Bahn AG werde Investitionen jedoch nur dann tätigen, wenn die Kommunen und Kreise den Verkehr längerfristig bestellen. Alternativ käme die Übernahme der Streckeninfrastruktur in kommunale oder private Trägerschaft in Frage

    Horst Lorenz berichtet von der Vogelsbergbahn: Die lange versprochene Modernisierung habe noch immer nicht begonnen. Der kürzlich erfolgte verstärkte Einsatz der zehn bis 15 Jahre alten Triebwagen-Baureihe 628 hat seiner Ansicht nach keine Verbesserungen gebracht. Mittlerweile wichen die Verantwortlichen bei den Verkehrsverbünden VBV und RMV auch von der geplanten Ertüchtigung für Neigetechnik-Fahrzeuge ab und favorisierten den Einsatz "spurtstarker" Fahrzeuge. Das kürzlich vorgestellte Fahrplankonzept sehe keine Verbesserungen in den Abendstunden und am Wochenende vor. Auch bringe das in den kommenden Jahren umzusetzende Fahrplankonzept keinerlei Verbesserungen für das Umsteigen in Fulda. Horst Lorenz mahnt die Sanierung der großen Brücken im Landkreis Fulda an. Für besonders schwere Lokomotiven hätte bereits eine Brücke gesperrt werden müssen.
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