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CHRONOLOGIE: Gießener Allgemeine vom 03.02.2003

    Horlofftalbahn symbolisch zu Grabe getragen

    Initiative zum Erhalt der Bahnstrecke Hungen-Friedberg mobilisierte am Samstag rund 150 Personen zur Demonstration

    Hungen/Gießen (dv). Mit einer demonstrativen Aktion machten die Befürworter der Horlofftalbahn am Wochenende auch optisch in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam. Zu einer Fahrt nach Gießen hatte die Agenda-Gruppe "Rettung der Atmosphäre" aufgerufen, die sich seit Monaten intensiv mit dem Thema der Streckenschließung Hungen-Friedberg beschäftigt.

    Geht es nach dem Willen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) wird für die Strecke Hungen - Friedberg der Fahrplan am 4. April enden. Die Resonanz zur Demonstration war überraschend groß. Am späten Vormittag versammelten sich mehr als 150 Personen aller Altersstufen und Bevölkerungsschichten am Hungener Bahnhof. Neben den betroffenen Pendlern und Schülern waren Vertreter aller Fraktionen des Stadtparlaments sowie von Handel und Gewerbe erschienen, wird doch der Erhalt der Strecke als unabdingbar für die strukturelle Entwicklung des Ostkreises gesehen. Die Aktion hatte auch das Hessische Fernsehen mobilisiert, das am Samstagabend in der "Hessenschau" einen Beitrag brachte.

    Etwa 40 Personen bestiegen dann den Zug nach Gießen. Vom Bahnhof aus führte der Weg durch die Innenstadt zum Service-Center des Verkehrsverbundes Gießen (VVG). Der VVG ist zwar für die Fahrplanzusammenstellung nicht maßgebend, man erwartet aber hier Unterstützung und Druck auf den RMV. Ausgestattet mit schwarzen Kreuzen symbolisierten die Demonstranten die befürchtete Beerdigung der betroffenen Strecke. Der Tag vor der Landtagswahl gab ihnen beim Zug durch den Seltersweg vorher nicht geahnte Möglichkeiten, zusätzlich den Parteien ihr Anliegen vorzutragen.

    Dort hatten sich alle Kandidaten mit ihren Ständen zu letzten Wahlkampfgesprächen versammelt. Stefan Kannwischer, Sprecher der Gruppe, hatte genügend Exemplare mit den Wünschen, Vorschlägen und Forderungen der Initiative dabei, um alle zu versorgen. Sein Fazit: "Verbal sind alle Parteien dafür, die Strecke zu erhalten. Wie es mit realer Unterstützung und Umsetzung aussieht, ist eine andere Frage."

    Auch mit dem Regierungspräsidenten konnten die Demonstranten ein persönliches Gespräch führen. Wilfried Schmied kennt als ehemaliger Hungener Bürgermeister das Problem und sieht uneingeschränkt die Notwendigkeit des Erhalts und der Verbesserung der Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet. Zuständig sei aber der RMV - die Politik habe nur bedingten Einfluss.

    Letztlich sind es vor allem wirtschaftliche Gesichtspunkte, die den Ausschlag für das Überleben der Horlofftalbahn geben werden. In Gießen hatten sich zahlreiche Sympathisanten der Gruppe angeschlossen, so dass sich VVG-Leiter Scherzer 100 Personen gegenüber sah. Er sei auch für die Erhaltung der Strecke, doch die Entscheidung liege beim RMV, gab er zu bedenken. Von dort war jedoch keine Stellungnahme zu hören, da man noch auf das Ergebnis eines Gutachtens warte. Wie es mit der Horlofftalbahn weitergeht, bleibe immer noch fraglich, stellten die Demonstranten fest. Am kommenden Mittwoch lädt die Stadt Hungen um 20 Uhr zu einem Info-Abend in die Stadthalle ein. Dort soll mit Politikern und Nahverkehrsspezialisten die Situation diskutiert werden.
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