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CHRONOLOGIE: Gießener Anzeiger vom 04.03.2003

"Ohne Politik können wir Strecke vergessen"

Spengel: Bouffier und Schäfer-Gümbel einschalten

    HUNGEN (kr). Mitglieder der Initiative "Pro Horlofftalbahn" haben mit dem Chef der Wetterauer Verkehrsgesellschaft, Erhard Weigel, über die Zukunft der Bahnstrecke gesprochen. Nach dem Besuch in Friedberg und einem abendlichen Treffen der Initiative in Hungen war das der Eindruck des ehemaligen Stadtverordnetenvorstehers Ernst Spengel: "Wir werden, wenn überhaupt, nur noch etwas über die politische Schiene erreichen können - ansonsten können wir die Strecke vergessen." Nach anderthalb Stunden beim WVG-Geschäftsführer meinte Spengel: "Die Zahlen des Gutachtens, wie immer sie auch zustande gekommen sind, stehen erst einmal im Raum. Und das Gegenteil ist von uns als Bürgerinitiative noch nicht bewiesen." Ein Gegenbeweis wäre nach Spengels Ansicht "auch nicht so einfach". Auf den Internetseiten der Initiative kündigte Johannes Fritzsche gestern allerdings an: "Nach unserem ersten Eindruck geht das Gutachten von falschen Voraussetzungen aus - man wird noch von uns hören!!"

    Für so wertneutral, wie es eigentlich sein sollte, hält Ernst Spengel das Gutachten über die Strecke nicht. Um so mehr seien jetzt "die Menschen gefordert, zu denen auch Mitglieder der Hungener Stadtverordnetenversammlung gehören, die sich damit schmücken, dass sie gute Beziehungen zum hessischen Innenminister Volker Bouffier haben. Die sollen jetzt einmal dafür sorgen, dass der sein ganzes Gewicht und Renommee einsetzt für die Strecke." Gefordert, so Spengel, seien auch die Sozialdemokraten: "Unser hiesiger Landtagsabgeordneter Thorsten Schäfer-Gümbel sollte von Sozialdemokraten aus Hungen angesprochen werden und sich vielleicht zusammen mit Bouffier für die Strecke einsetzen."

    Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus, der sich seit langem für die Erhaltung des Schienenverkehrs bis Hungen einsetzt, hat nicht nur den Rhein-Main-Verkehrsverbund wegen dessen Einstellung zum Gutachten kritisiert.

    [Webmaster: Nach Auskunft von Petra Becker stammt die folgende Aussage aus einer früheren Presseerklärung, deren Inhalt Pro Bahn & Bus inzwischen nicht mehr aufrecht erhält. Mehr dazu:]
    "Enttäuscht" zeigte sich die Pro Bahn & Bus-Vorsitzende Petra Becker auch von der Butzbach-Licher Eisenbahn, die mit ihren Dieseltriebwagen die Reisenden von Hungen nach Friedberg befördert. Mit "Triebwagenmangel" bei der BLE hatte der Rhein-Main-Verkehrsverbund die Streichung eines morgendlichen Schülerzuges nach Friedberg im Januar begründet. Becker: "Ein Dienstleistungsunternehmen, das sich wie die BLE außer Stande sieht, die Wünsche seines größten Kunden zu erfüllen, muss sich nach seinem Selbstverständnis fragen lassen." Außerdem hätten RMV und WVG einen zusätzlichen Zug bei DB Regio bestellen können.

    Die Bahnstrecke wäre übrigens wohl längst gerettet, wäre eine Umfrage der Wölfersheimer Initiative "Pro Horlofftalbahn" repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. 60,3 Prozent der Befragten gaben dabei nämlich an, sie benutzten die Horlofftalbahn jeden Tag.
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