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CHRONOLOGIE: 24.12.2003, Leserbrief von Dr. Monika Gramatte, Wohnbach

Alle Jahre wieder – RMV und WVG machen´s möglich!

Zum Leserbrief von Dr. Sylvia Börgens, Freitag 19.12.2003:
"Fahrplanwechsel auf der Linie 31 – Horlofftalbahn – und der Buslinie 720"

    Den Aussagen und Forderungen von Frau Dr. Börgens schließe ich mich an. Nur einen Punkt möchte ich ergänzen. Es kann nicht als Weihnachtsgeschenk, sondern es muss als Selbstverständlichkeit gesehen werden, wenn die kundenfeindlichen Maßnahmen korrigiert werden.

    Korrektur zu Weihnachten im Zusammenhang mit der Horlofftalbahn ist vergleichbar mit einem Schuhgeschenk an Kinder, denen die Schuhe schon seit Ostern viel zu klein sind. Denn auch zwischen Ostern und dem 3. Advent sind bereits häufiger Schüler bzw. Fahrgäste, die den 2. Mittagsbus für den Heimweg ab Friedberg (13.23 Uhr) nutzen wollten, wegen Überfüllung stehen gelassen worden. Seit der Teilstreckenstilllegung ist das Angebot des RMV (und der WVG) entgegen aller Versprechungen der Verantwortlichen noch schlechter, unkomfortabler geworden als es ohnehin in der "Vorbereitungsphase" der Stilllegung schon war.

    Nach dem 04.04.2003 (Stilllegung) war doch jeder Fahrgast bzw. Kunde resigniert der Ansicht: "Der Tiefpunkt ist erreicht, schlimmer kann´s nicht mehr kommen!" Aber RMV und WVG machen´s möglich! Sie zeigen uns, dass sie das Angebot noch weiter ausdünnen und unkomfortabler gestalten können, ja sogar ganze Ortschaften wie Obbornhofen und Bellersheim nach der sechsten Schulstunde der Friedberger und Bad Nauheimer Schulen nicht mehr bedienen.

    Den Grund für die unglaubliche Streichung des zweiten Busses, der die Obbornhofener und Bellersheimer Schüler nach der sechsten Stunde auch nach Hause brachte, sofern sie – insbesondere Bad Nauheimer Schüler – nicht stehen gelassen wurden, habe ich nun aus dem Leserbrief von Frau Dr. Börgens erfahren: "die Belegung des Zuges 13.50 Uhr ab Friedberg solle verbessert werden. Lacht da jemand?"

    Ja, es ist unglaublich! Wer keinen Platz im Bus nach der sechsten Stunde ergattert, darf zum Trost eine halbe Stunde länger am gemütlichen Bahnhof warten, oder von einer anderen Haltestelle dorthin laufen – Zeit ist jetzt ja genug dazu -, um dann mit dem Zug fahren zu dürfen. Aber leider muss das Kind z. B. aus Utphe aus dem Zug in Wölfersheim noch in den Bus steigen und neben der stillgelegten Bahnstrecke herfahren, allerdings mit einem kleinen Ausflug in das Herz von Berstadt. Aber dennoch ist es tatsächlich nur eine halbe Stunde später zu Hause als die Mitschüler, die einen Platz im Bus ergattern konnten.

    Was machen denn die Schüler aus Obbornhofen und Bellersheim, wenn sie keinen Platz in dem Bus ergattern, der sie ohnehin nicht bis in den Wohnort bringt? Pech gehabt! Auch für eine halbe Stunde länger warten und Umsteigen in Wölfersheim werden sie mit Endstation Berstadt Bahnhof oder Trais-Horloff Bundesstraße belohnt! Aber nun sind sie wenigstens in bester Gesellschaft mit den Wohnbacher Schülern, die ja schließlich noch zur Gemeinde Wölfersheim und zum Wetteraukreis gehören. Aber ätsch, die Wohnbacher können wie die Obbornhofener am (stillgelegten) Bahnhof Berstadt-Wohnbach aus dem Bus steigen und dürften es schnellen Schrittes, den kürzesten Weg entlang der Straße nehmend in 20 Minuten bis nach Hause schaffen, d. h. bis ca. 14.45 Uhr, während die Schüler aus Wohnbach mit dem 13.20 Uhr-Bus nur eine knappe Stunde eher Zuhause sind (13.52 Uhr). Die Obbornhofener dürfen noch mal solange laufen.

    Träumt da jemand von besseren Zeiten, als die Busse noch den nächstgelegenen (noch nicht stillgelegten) Bahnhof anfuhren, und wir nicht über (den stillgelegten) Berstadt-Bahnhof, Berstadt Licher Straße, Wölfersheim-Geisenheim und -Seestraße zum Bahnhof Wölfersheim kutschiert wurden? Gerne nach Berstadt, aber bitte zum Umsteigen Bus-Zug. Auch gerne nachmittags in die Licher Straße, wenn wir dort Termine wahrnehmen oder Einkaufen wollen, aber nicht morgens um sieben, solange dort die Bahnstrecke stillgelegt ist!

    Nach langem Fahrplanstudium habe ich doch noch entdeckt, wie die Wohnbacher Schüler mit dem Zug 13.50 Uhr und Bus bis zum Wohnort kommen: Acht Minuten Zug fahren bis Beienheim, dann 9 Minuten Umsteigezeit bis der Bus Richtung Butzbach startet (Linie 210). Immerhin ist die elfte Station schon Wohnbach, das laut Plan um 14.40 Uhr erreicht wird. Schließlich lieben unsere Kinder Spannung, Aufregung und Abenteuer: Ergattere ich einen Platz im Bus um 13.20 Uhr oder habe ich die Wahl zwischen: "Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen"? Im Vergleich mit den Obbornhofenern und Bellersheimern sind wir mit dieser Wahlmöglichkeit ja noch richtig gut weggekommen!

    Vor diesem Hintergrund fühlen wir uns doch ins Gesicht geschlagen, wenn in den letzten Wochen in der Presse zum Fahrplanwechsel Titel wie: "Freude über besonders umfangreiches Angebot" zu lesen sind. …

    Wir fordern die Verantwortlichen auf, die gravierenden Nachteile zu korrigieren und damit endlich die Versprechen, die sogar im Wetterauer Kreistag (02.04.2004) einstimmig beschlossen wurden, endlich einzuhalten! In diesem Sinne wünschen ich ihnen (den Verantwortlichen) und Ihnen (den Lesern) besinnliche Feiertage!

    Dr. Monika Gramatte
    Wölfersheim-Wohnbach
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