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CHRONOLOGIE: 07.03.2003, Beschlussvorlage der WVG zur Stilllegung, Wetteraukreis wohl auch für Abbestellung
    Einladung zum Gespräch
    Der Geschäftsführer der Wetterauer Verkehrsgesellschaft (WVG) Erhard Weigel organisierte dankenswerterweise für die Kritiker der Stilllegung ein Treffen mit einem der Gutachter des ETC-Gutachtens in Wölfersheim.

    So konnten am 7. März kritische Rückfragen gestellt werden. Dabei wurde deutlich, dass es sich bei dem Gutachten um ein "Gefälligkeitsgutachten" für den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit einer ganzen Reihe ungeklärter Fragen handelte. (Siehe die Kritik des auch anwesenden Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus »  )

    Dennoch: Stilllegung bereits in die Wege geleitet
    Um so überraschter reagierten die anwesenden Mitglieder der Initiative, als sie später erfuhren, dass die Aufsichtsratsmitglieder der WVG am gleichen Tag in ihrer Einladung zur nächsten Sitzung einen Beschlussvorschlag zur Stilllegung der Strecke erhalten hatten:

      TOP 5, BESCHLUSSFASSUNG ZUM BETRIEBSKONZEPT DER SCHIENENSTRECKE 31 UND DEN BUSANGEBOTEN IM RAUM WÖLFERSHEIM-HUNGEN

      BESCHLUSSVORSCHLAG:

      Der Aufsichtsrat stimmt der Empfehlung aus dem Gutachten von Ende Februar zu, dass
    1. der Schienenpersonennahverkehr auf dem Streckenabschnitt Wölfersheim/Södel - Hungen eingestellt wird
    2. der Busverkehr zwischen Hungen und Wölfersheim/Bahnhof bzw. Friedberg so optimiert wird, dass für Fahrgäste aus den Orts- bzw. Stadtteilen von Wölfersheim und Hungen insgesamt ein verbessertes Angebot im ÖPNV entsteht. Fahrzeitverlängerungen in Richtung Friedberg/Frankfurt aus den Orten, die bisher noch direkte Zuganbindungen besitzen, sind möglichst gering zu halten
    3. der Anteil der WVG an der Gesamtfinanzierung der Maßnahme - ausgehend von der jetzigen Kostenschätzung - darf den Betrag von 240 Tsd. Euro pro Jahr nicht überschreiten (z.Zt. 125 Tsd. Euro pro Jahr)"

    Doppeltes Spiel
    Während sich also Weigel nach außen hin gesprächsoffen präsentierte, war die Stilllegung längst beschlossene Sache und in die Wege geleitet! So werden alle öffentlichen Veranstaltungen mit der Präsentation des Gutachtens zur Farce und entpuppen sich als reine Alibiveranstaltung. Es passt ins bisherige Bild der RMV-Politik, das der Öffentlichkeit "Ergebnisoffenheit" vorgaukelt, während im Hintergrund Fakten geschaffen werden und die Weichen zum Kaputtmachen der Linie - an den Interessen einer ganzen Region vorbei - längst gestellt wurden. In dieses Bild passt auch, dass außer der Tischvorlage das eigentliche Gutachten bis zum 6. März niemand zu Gesicht bekommen hat - jedenfalls nicht "die Öffentlichkeit".

    Tendenzen bei politischen Entscheidungsträgern erkennbar
    Pikantes Detail am Rande: Zum Treffen der Wetterauer Kreistags-SPD mit dem ETC-Gutachter im Anschluss an unseren Termin reisten eigens zwei Herren aus der Führungsriege des RMV an.

    Allem Anschein nach wird auch der Wetterauer Kreistag für die Stilllegung votieren, so dass nun alles vom Votum des Gießener Kreistags abhängt.
    Johannes Fritzsche
Protest-Mail direkt an die WVG »  
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